1984 - die bizarre Zukunftsvision von George Orwell

Entwurf des Zukunftsstaates

Wer denkt nicht manchmal darüber nach wie die Zukunft wohl aussehen könnte? George Orwell trug seine Gedanken zusammen und entwarf eine Zukunftsvision der besonderen Art mit seinem Roman "1984". Geprägt von zwei Herrschaftssystemen seiner Zeit, von der Diktatur Hitlers und Stalins kommunistisches Regime, entwirft er ein grausiges Bild vom Überwachungsstaat, dem niemand entkommen kann. Auf der anderen Seite steht der Wunsch des Individiuums nach persönlicher Freiheit und Entfaltungsmöglichkeiten, so dass zwei Welten hart aufeinander prallen und ein Kampf ums persönliche Überleben beginnt. Obwohl Orwell den Roman bereits 1946/47 schrieb, ist der Roman heute genauso aktuell und hat eine beklemmende Wirkung.

Überwachungsstaat und Individiuum

Mit dem Titel drückt Orwell aus, dass die Zukunft gar nicht weit entfernt ist, denn die Zahl 1948 ergibt 1984 durch die Umstellung der letzten Ziffern. Der Roman "1984" führt uns in eine düstere Welt und offenbart die Zerstörung des Menschen durch eine perfekte Staatsmaschinerie, die keine Gnade kennt. Und letzlich ist es die moderne und fortgeschrittene Technik, die eine totale Überwachung und Kontrolle des Einzelnen ermöglicht, nach dem Motto "Big Brother is watching you".

1984 - Die Handlung

Staatsmaschinerie

In 1984 gliedert sich die Welt in drei verfeindete Machtzentren - Ozeanien, Eurasien und Ostasien. Der Alltag in Ozeanien wird besimmt und kontrolliert von der Inneren Partei. Eine Gedankenpolizei überwacht immer und überall das arbeitende Volk, die sogenannten "Proles". Die Proles werden bewusst dumm und passiv gehalten und mit Propoganda zugeschüttet, um sie klein und kontollierbar zu halten. Um dies zu gewährleisten werden sie ständig von Teleschirmen überwacht. Ihnen bleibt keine Möglichkeit mehr sich frei zu bewegen. Politische Gegner werden kurzerhand ausgelöscht. Die Partei kontrolliert nicht nur die Gegenwart, sondern nimmt Einfluss auf die Vergangenheit, indem Ereignisse der Vergangenheit umgeschrieben werden. Niemand kann sich der Staatsmacht entziehen.

Kampf des Individuums

Ein Mann nimmt den Kampf mit dem Überwachungsstaat dennoch auf sich - Winston Smith will seine persönliche Freiheit wieder erlangen, wird sein Leben doch von Angst, Überwachung, Versorgungsmangel und ein Mangel an persönliche Beziehungen bestimmt. Er findet in der jungen Technikerin Julia eine Verbündete und versucht mit einer legendären Untergrundbewegung Kontakt aufzunehmen. Smith glaubt in O Brien einen Gleichgesinnten gefunden zu haben, was ihm zum Verhängnis wird. O Brien ist ein Mitglied der Inneren Partei und schafft es Smiths Vetrauen zu gewinnen. Am Ende wird Smith gefoltert, verrät Julia und verliert seine Individualität. Der Staat hat über ihn gesiegt, er hat verloren.

1984 - Mittel und Wirkung

Orwell malt nicht nur ein dunkles Szenario, er setzt Wörter als Waffe ein. Er zeichnet das Bild vom Überwachungsstaat und untermauert es dadurch, dass der Staat eine eigene fiktive Sprache erhält - das Neusprech. Der Leser kann sich der Wirkung nicht entziehen, nicht zuletzt weil die Thematik des Buches heute genauso bedeutsam ist wie zur Zeit Orwells. Die vielgelobte Technik und der Fortschritt sind es, die vollständige Überwachung und Kontrolle, die im Roman zum Untergang von Smith führen. Da bleibt das Individiuum zwangsläufig auf der Strecke.