Das Bildnis des Dorian Gray

Dieser 1890 erstmals gedruckte Roman gilt als Hauptwerk des irischen Schriftstellers Oscar Wilde. In Das Bildnis des Dorian Gray karikiert Wilde die englische Oberschicht in der viktorianischen Zeit.

Die Handlung in das Bildnis des Dorian Gray

Die Titelfigur Dorian Gray steht Modell für seinen Freund, den Maler Basil Hallward. Tief beeindruckt von der Darstellung seiner selbst, seiner eigenen Jugend und Schönheit, verliebt er sich in sein Abbild. Der Wunsch auf ewig diesem Porträt zu gleichen und seine Jugendlichkeit für immer zu behalten, werden für Dorian Gray zur Besessenheit. Er betet darum, das Porträt möge statt seiner altern. Bereit seine Seele dafür zu opfern, wird auf wundersame Weise seinem Wunsch entsprochen. Als er eines Morgens nach durchzechter Nacht nach Hause kommt und sein Porträt betrachtet, hat es sich verändert. Sein Bildnis altert nicht nur an seiner Stelle, sondern zeigt im Laufe der Jahre auch alle schrecklichen Eigenschaften, die Dorian Gray an den Tag legt. Sein skrupelloser Umgang mit seinen Mitmenschen und sein rücksichtsloses, ausschweifendes Leben hinterlassen ihre Spuren lediglich auf dem Bildnis des Dorian Gray, nicht jedoch in seinem Gesicht. Regelmäßig vergleicht Dorian Gray seine Züge mit denen des Porträts, dass er mittlerweile, für andere unzugänglich, in einem Dachzimmer seines Hauses versteckt hält. Obwohl das Gesicht Dorians, der mittlerweile 38 Jahre alt ist, immer noch wie das eines Zwanzigjährigen aussieht, offenbart das Bildnis des Dorian Gray nicht nur sein wahres Alter, sondern auch den verkommenen Charakter des Modells. Es zeigt eine kaum wiederzuerkennende Fratze, so verzerrt und hässlich, dass Dorian Gray beginnt zu zweifeln. Er bereut seinen Wunsch nach ewiger Jugend und Schönheit, erkennt das Unglück, das er anderen und sich selbst durch seine Rücksichtslosigkeit bereitet hat. Die Frau, die er liebte, seine Freunde und den Schöpfer des Bilnisses, den Maler Basil Hallward, verlor er einzig und allein durch seine Selbstsucht und Skrupellosigkeit. Die Erkenntnis stürzt ihn in eine tiefe Verzweiflung und das Porträt spiegelt den unaufhaltsamen Niedergang Dorian Grays wider. Nur die Zerstörung des Bildnisses scheint die Erlösung seiner Seele zu versprechen, aber bedeutet auch die Zerstörung seiner selbst.

Der Hintergrund zu das Bildnis des Dorian Gray

Oscar Wilde schuf mit seinem Roman Das Bildnis des Dorian Gray einen vielgelesenen Roman mit fantastischen Elementen. Der Stil des Buches bricht mit dem seinerzeit verbreiteten Realismus in der Literatur. Der Wunsch nach ewiger Jugend und Schönheit ist allen Menschen zu eigen, eine gewisse Vertrautheit mit der Figur des Dorian Gray fesselt nach wie vor Leser auf der ganzen Welt. Bereits 1901 erschien die erste deutsche Übersetzung des Romans, es folgten Verfilmungen, 1910 zuerst als Stummfilm, nach 1945 für Kino und später auch fürs Fernsehen.

Das Fazit

Das Bildnis des Dorian Gray ist auch lange nach der viktorianischen Zeit aktuell. Die Darstellung des charakterlichen Verfalls der Hauptfigur kann ohne Weiteres in die heutige Zeit übertragen werden, allerdings ohne das Porträt als wahres Abbild des Geschehens.