Die Blechtrommel - Die Geschichte des Oskar Mazerath

Das Romandebüt von Günter Grass "Die Blechtrommel" zählt zu den bekanntesten Werken der deutschen Nachkriegsliteratur. Er bildet den ersten Teil der Danziger Trilogie, zu der noch die etwas später erschienenen Romane Katz und Maus, sowie Hundejahre zu zählen sind. Die Blechtrommel erschien 1959 und wurde 1979 von Volker Schlöndorff mit einem großartigen David Bennent in der Rolle des Protagonisten Oskar Mazerath verfilmt.

Die Handlung in die Blechtrommel

Günter Grass erzählt die Geschichte aus Oskars Sicht in der Ich-Form. Der Roman beginnt jedoch bereits zur Jahrhundertwende mit der Zeugung Oskars Mutter auf einem kaschubischen Kartoffelacker. Oskar selbst erblickt das Licht der Welt 1924 in Danzig "in Gestalt zweier 60-Watt-Glühbirnen." Der Sonderling fühlt sich bereits bei seiner Geburt bei vollem Verstand und beschließt an seinem dritten Geburtstag einfach nicht mehr zu wachsen. An diesem Tag bekommt er von seiner Mutter Agnes die rot-weiße Blechtrommel geschenkt, die ihn fortan überall hin lautstark begleiten wird. Trotz oder obwohl seiner geringen körperlichen Größe fühlt er sich den Erwachsenen in seiner Umgebung überlegen. Sein Benehmen bleibt jedoch auch mit zunehmendem Alter weiterhin infantil. Seine Waffe gegen die Welt der Erwachsenen und Kommunikation mit seiner Umwelt ist seine Blechtrommel und die Fähigkeit, mit seiner Stimme Glas zerspringen zu lassen. Durch sein äußerliches Kindsein entzieht sich Oskar jeglicher Verantwortung, obwohl er mit seinem erwachsenen Verstand die Geschehnisse um ihn herum wohl durchschaut. Oskars Familie trifft ein Schicksalsschlag nach dem anderem. Seine Mutter Agnes, offenbar schwanger von ihrem Cousin Jan, mit dem sie seit langem ein Verhältnis hat, nimmt sich das Leben. Jan wird im Postamt erschossen. Oskars Vater Alfred Mazerath nimmt daraufhin die eigentlich von Oskar begehrte Maria zu seiner Geliebten. Als auch Alfred stirbt, wirft Oskar seine Trommel in das Grab des Vaters und beschließt erwachsen zu werden und Verantwortung zu übernehmen. Nach dem Ende des Krieges zieht Oskar nach Düsseldorf, wird Steinmetz und Jazzschlagzeuger. Er wird später des Mordes an einer Frau angeklagt und in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Von dort aus erzählt er die Geschichte seines Lebens.

Der Hintergrund in die Blechtrommel

Die Blechtrommel ist ein Roman, der gleich nach seinem Erscheinen heftige Kontroversen ausgelöst hat. Der eigenwillige Erzählstil und die nur lose verbundenen Episoden aus Oskars Leben, sowie die oft harte und drastische Wortwahl fanden außer Lob auch Kritik. Von den Einen als neuartig und als Jahrhundertwerk gefeiert, wurde der Roman von Anderen als üble Pornografie beschimpft. Heute gilt Die Blechtrommel als Meisterwerk der deutschen Literatur. Die Gestalt des Oskar Mazerath ist das Sinnbild des deutschen Kleinbürgers, der sich hinter anderen versteckt und keine Verantwortung für sein Tun und seine Umgebung übernehmen will, später jedoch die Konsequenzen zu tragen hat. Günter Grass skurrile und sarkastische Sicht auf das deutsche Kleinbürgertum und die Zeit des Nationalsozialismus ist beispielhaft für die deutsche Nachkriegsliteratur.