Früchte des Zorns - Die Vorgeschichte des Romans Früchte des Zorns von John Steinbeck

In der Weltwirtschaftskrise von 1929, die durch den „Schwarzen Freitag an der Wall Street“ ausgelöst wurde, gab es in den USA etwa 20 Millionen Arbeitslose. Diese waren zum Teil Farmer, die nach einer Dürrekatastrophe mit ihrer Familie von Oklahoma nach Kalifornien auswandern mussten. John Steinbeck schrieb zu dieser Zeit eine Artikelserie, die von den dramatischen Ereignissen auf diesem Treck der entwurzelten Landarbeiter handelte und Vorbild für sein Buch Früchte des Zorns wurde.

Der Inhalt des Romans Früchte des Zorns

Die Farmer-Familie Joad, aus Dust Bowl, in Oklahoma, muss nach einer mehrjährigen Dürre die Farm aufgeben. Sie brechen, so wie viele anderen vor ihnen, in einem Treck durch Staub und Hitze, nach Kalifornien auf und hegen den Wunschtraum, sich auf Obstplantagen als Tagelöhner zu verdingen. Ihre Hoffnung, dort eine neue Heimat zu finden, erfüllt sich nicht. Es sind zu viele Menschen, die mit weniger als Nichts in Kalifornien neu anfangen wollen. Zu der damaligen Zeit kämpfen die Kalifornier selbst ums Überleben. Sie sind nicht einmal an das allgemeine Stromnetz angeschlossen. Den Neuankömmlingen begegnen sie mit Fremdenhass. Die Depressionsjahre dort verschärfen sich durch das Auftauchen von Endzeitpredigern, Faschisten und Menschen, die die Not der Bevölkerung ausnutzen. Eine Solidarität unter den Notleidenden gibt es nicht. Die Eltern versuchen verzweifelt, in all dem Elend menschliche Würde zu bewahren. Sie können nicht verhindern, dass sie zu Bettlern werden, denn ihnen werden nur Hungerlöhne ausgezahlt. Der Besitz von normalen Haushaltsgegenständen wird zum unerreichten Luxus. Das Buch hat keinen guten Ausgang. Es schließt mit der erschütterten Szene in der die junge Rose Joad einen alten, kranken Mann, in bedrohlicher Umgebung, mit ihrer eigenen Milch am Leben erhält. Das Buch wurde von John Ford 1940 mit Henry Fonda in der Hauptrolle verfilmt.

Hintergrund des Buches Früchte des Zorns

Früchte des Zorns ist ein sozialkritisches Buch. Es setzt sich mit der Gier von spekulier freudigen Großgrundbesitzern auseinander, hinterfragt, warum diese, mit der Polizei im Bunde, jeden Widerstand der Wanderarbeiter brutal unterdrücken konnten. Es war bei seinem Erscheinen nicht unumstritten. Der deutschstämmige John Steinbeck wurde als Volksverhetzer gemieden, von der Gegenseite als Held gefeiert. Seine Bücher sind bei der kalifornischen Landbevölkerung, deren Armut und Entwurzelung er hautnah beschreibt, beliebt. Steinbecks Schreibstil ist klar und deutlich. Der Lesende empfindet: Hier schreibt jemand, der etwas von Elend und Not, Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung weiß. Trotz allem lässt der Autor seine Protagonisten nicht in unbändigem Zorn alleine. Er glaubt an die Stärke der menschlichen Wesen, sich zu solidarisieren und gemeinschaftlich friedliche, gerechte Verhältnisse zu schaffen. John Steinbeck wurde im Jahr 1962 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Er erhielt für seinen Roman Früchte des Zorns, der 1939 veröffentlicht wurde, den Publitzerpreis.