Tod eines Handlungsreisenden

Der Tod eines Handlungsreisenden ist eines der wichtigsten Werke des amerikanischen Dramatikers Arthur Miller. Nicht nur der Handlungsreisende, sondern auch seine und damit gleichzeitig die Träume einer ganzen Generation sterben in diesem Stück einen langsamen nicht abzuwendenden Tod, der nicht nur den Handlungsreisenden Willy Loman selbst in den Abgrund zieht. Willy Loman, in jungen Jahren ein erfolgreicher Handlungsreisender, steht mit mittlerweile knapp sechzig Jahren beinahe am Abgrund seiner Existenz. Erfolglos und von Kündigung bedroht, kehrt er eines Abends in sein Haus in Brookly zu seiner Frau Linda zurück. Seine beiden erwachsenen Söhne Biff und Happy sind zu Besuch da. Während Happy einer Karriere in New York ebenso erfolgreich wie rücksichtslos nachgeht, schlägt sich der sensiblere Biff als Tagelöhner quer durch die Vereinigten Staaten durch. Schwer von Tagträumen, Vorwürfen und drastischen Stimmungsschwankungen geprägt und gequält, verliert sich Willy Loman nach und nach in einer unheilsamen Verquickung von Realität und Träumen, von bitter-süßen Erinnerungen an eine verheißungsvolle Vergangenheit und der Aussicht auf eine unheilvolle Zukunft, die nichts als Schulden, Erfolglosigkeit und Resignation verspricht. Willys Boss Howard Wagner hat das Unternehmen von seinem Vater geerbt und anders als jener, treibt ihn mehr die Gier nach Profit und damit auch entsprechende Anforderungen an seine Handlungsreisenden an. Willy ist diesem Druck nicht mehr gewachsen und ob er es je wahr, bleibt über den ganzen Verlauf der zwei Akte und des abschließenden Requiems fraglich.

Der langsame Abschied vom Tod eines Handlungsreisenden

Während der erste Abend mit seinen zwei Söhnen nicht nur Wiedersehensfreude, sondern auch eine erneute Begegnung mit aufgestauten Aggressionen, Enttäuschungen und Verzweiflung über den seelisch und körperlich desolaten Zustand Willy Lomans mit sich bringt, ist auch der darauf folgende Morgen von jenen zwiespältigen und doch zusammengehörigen Gefühlen geprägt. Illusionen über eine gemeinsame geschäftliche Zukunft von Willy und seinem Sohn Biff zerschellen an den Enttäuschungen, die einen tiefen Graben zwischen beide getrieben hat. Der einst so erfolgreiche Baseballspieler Biff, der den hohen Erwartungen seines Vaters nie gerecht werden konnte und wollte und sich durch seine Flucht irgendwo in den Westen der USA entzog, steht dem erfolgreichen, skrupellosen Happy gegenüber, der sich die Ideale seines Vaters zueigen machte. Alle Versuche, Biff zurück nach New York zu holen und endlich den Ansprüchen seines Vaters gerecht zu werden, scheitern ebenso wie das Ringen um Willy, der bereits seinen Selbstmord geplant hat. In diesem Entschluss bestärken ihm Ben, sein älterer Bruder, der ihm immer häufiger in Tagträumen und Rückblenden in eine schönere Vergangenheit erscheint. Obwohl er ihn kaum kennt und selten gesehen hat, nimmt Ben eine zentrale Rolle vor allem beim Abstieg von Willy Loman ein. All jenes, was er selbst nie erreicht hat, schreibt er seinem Bruder an Erfolg und Geschäftssinn zu. Den nächsten Morgen wird Willy Loman nicht überleben. Neben die unendliche Trauer gesellt sich auch Erleichterung seitens seiner Frau Linda, die nun frei von ihm ist, in jeglicher Hinsicht. Während seine Söhne ihren eingeschlagenen Weg weitergehen werden, spricht Charley, der erfolgreiche Sohn der Loman-Nachbarn und großer Verehrer von Biff und dessen Männlichkeit, an Willy ärmlicher Beerdigung voller Hochachtung über den toten Handlungsreisenden und die Unmöglichkeit, den harten und unmenschlichen Bedingungen dieser Zeit und dieses Berufes standzuhalten, ohne dabei zu zerbrechen.